Wabi-Kusa
Japanisches Pflanzenarrangement: eine Substratkugel mit emers kultivierten Wasserpflanzen. Sie steht in einem Glasgefäß mit wenig Wasser.
Ausführliche Erklärung
Wabi-Kusa ist eine von Takashi Amano entwickelte und von ADA vermarktete japanische botanische Kunstform. Der Name bedeutet wörtlich "Schönheit in der Einfachheit".
Dabei wird eine Kugel oder Halbkugel aus Substrat, der Wabi-Kusa Ball, mit emers wachsenden Wasserpflanzen bepflanzt. Das Arrangement kommt in ein flaches Glasgefäß, beispielsweise eine Schale oder Vase, mit wenigen Zentimetern Wasser.
Wasserpflanzen wachsen in ihrer emersen Form überraschend gut. Viele in der Aquaristik verwendete Arten wie Hemianthus, Rotala, Ludwigia und Glossostigma sind in Wirklichkeit Sumpfpflanzen, die in der Natur einen großen Teil des Jahres außerhalb des Wassers wachsen.
Der Bodengrund besteht aus einem Kern aus Torf und Nährsubstrat, der von Moos wie Sphagnum oder Wassermoos umhüllt ist. Die Pflanzen werden mit einer Pinzette in das Moos eingesetzt.
Der Pflegeaufwand ist minimal: täglich besprühen, verdunstetes Wasser nachfüllen und indirektes Licht oder eine Pflanzenlampe bereitstellen. Filter, CO2 und Flüssigdünger sind nicht nötig, weil das Substrat alles liefert.
Wabi-Kusa ist eine elegante Möglichkeit, auf der Fensterbank, dem Schreibtisch oder einem Tisch ein Stück Natur einzurichten. Für Fische ist das Wasservolumen zu klein. In größeren Arrangements können jedoch kleine Schnecken oder Zwerggarnelen leben.
In Japan gibt es eigene Wabi-Kusa-Wettbewerbe. Die gelungensten Arrangements sind kleine, eigenständige Ökosysteme, die sich mit der Zeit weiterentwickeln.