Zooxanthellen
Symbiotische Mikroalgen, die im Gewebe von Korallen leben. Sie liefern durch Photosynthese Energie und erhalten dafür Schutz und Nährstoffe.
Ausführliche Erklärung
Zooxanthellen (Gattung Symbiodinium, heute als Symbiodiniaceae neu klassifiziert) sind einzellige Algen, die in den Zellen von Korallen leben. Diese Symbiose bildet die Grundlage des Korallenriff-Ökosystems.
Die Koralle bietet den Zooxanthellen einen geschützten Lebensraum sowie Stickstoff- und Phosphorverbindungen aus ihrem Stoffwechsel. Im Gegenzug betreiben die Zooxanthellen Photosynthese und geben bis zu 90% der erzeugten Energie als Zucker, Aminosäuren und Fettsäuren an die Koralle ab.
Zooxanthellen verleihen Korallen ihre Farbe. Eine braune Koralle besitzt viele Zooxanthellen. Eine kräftig violette, grüne oder rote Koralle besitzt weniger Zooxanthellen, sodass die Schutzpigmente der Koralle sichtbar werden. Eine weiße Koralle hat alle Zooxanthellen verloren: Das ist Bleaching.
Bleaching entsteht, wenn die Koralle ihre Zooxanthellen infolge von Stress abstößt. Die häufigste Ursache ist eine über längere Zeit zu hohe Temperatur (über 28-30°C). Auch zu viel Licht, Krankheiten und Schadstoffe können Bleaching auslösen.
Eine gebleichte Koralle ist nicht sofort tot. Werden die Bedingungen wieder günstig, kann sie innerhalb von Wochen oder Monaten erneut von Zooxanthellen besiedelt werden. Hält der Stress zu lange an, stirbt die Koralle durch Energiemangel.
Im Aquarium bedeutet die Pflege der Zooxanthellen, Licht und Nährstoffe richtig zu steuern. Zu viel Licht bei zu vielen Nährstoffen führt zu braunen Korallen. Passendes Licht mit mäßigen Nährstoffen erzeugt die besten Farben. Wenige Nährstoffe bei viel Licht führen zu Bleaching.
Verschiedene Symbiodiniaceae-Arten vertragen unterschiedliche Temperaturen. Klade C ist am häufigsten, Klade D ist jedoch hitzetoleranter. Diese Vielfalt wird im Hinblick auf die Widerstandsfähigkeit der Korallenriffe gegenüber dem Klimawandel erforscht.